Als ich das erste Mal europäische Tech-Produkte in den USA verkauft habe ist mir aufgefallen dass ich oft das Made in Europa heruntergespielt habe - fast war mir das auch peinlich da ich keinen US Content im Produkt hatte.
Ich dachte, amerikanische Käufer interessieren sich nur für Preis und Features - aber ich habe mich tatsächlich geirrt.
Und was mich dabei überrascht hat: Amerikanische Industriekäufer suchen aktiv nach europäisch hergestellten Produkten – besonders aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den nordischen Ländern. Sie verbinden EU-Fertigung mit Präzisionstechnik, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit.
In der Automatisierungsbranche habe ich erlebt, dass Kunden bereit sind 15-30% mehr für ein Made in Austria Produkt zu zahlen als für eine asiatische oder gar amerikanische Alternative. Nicht weil sie uninformiert sind, sondern weil die Amerikaner per se viel Wert auf Zuverlässigkeit des Produkts UND des Kundenservices legen.
Du kannst dich jedoch nicht nur auf deine EU-Herkunft verlassen. Ich empfehle immer die Herkunft "relatable" zu gestalten:
Mit den anhaltenden Lieferkettenbedenken und Reshoring-Trends ist "Made in Europe" noch wertvoller geworden. Amerikanische Hersteller wollen ihre Lieferantenbasis weg von China diversifizieren. Du verkaufst nicht nur ein Produkt – du verkaufst Lieferkettensicherheit - second und third Source.
ACHTUNG: Deine EU-Zertifizierungen (CE-Kennzeichnung, etc.) bedeuten in den USA nichts. Du brauchst trotzdem UL, FCC oder andere US-Zertifizierungen. Aber sobald du sie hast, wird dein europäischer Qualitätsruf zu einem mächtigen Differenzierungsmerkmal.
Deine europäische Herkunft ist kein neutraler Fakt. Sie ist ein Wettbewerbsvorteil. Setze ihn strategisch ein.